Verkauf an Schweizer Investor perfekt

27.09.2005

Abfall. Die Sustec Holding übernimmt das SVZ Schwarze Pumpe und hat große Investitionspläne.

Spreetal. Das insolvente Sekundärrohstoffverwertungszentrum (SVZ) Schwarze Pumpe an der brandenburgisch-sächsischen Grenze hat vom 1. Oktober an einen neuen Eigentümer. "Nach anderthalb Jahren der Betriebsfortführung ist die Gesellschaft an die Sustec Schwarze Pumpe GmbH Dresden, einer Tochtergesellschaft der Schweizer Sustec Industries AG, verkauft worden", teilte der vom Amtsgericht Cottbus eingesetzte Dresdner Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg gestern im Industriepark Schwarze Pumpe mit. Damit sei die Zukunft der technologisch einzigartigen Abfallverwertung zu Synthesegas und Methanol in Deutschland gesichert, erklärte Wienberg. Bestandteil des Kaufvertrages seien die Übernahme der 260 noch verbliebenen Mitarbeiter sowie Investitionen in Höhe von mindestens 30 Millionen Euro. Das Lausitzer Unternehmen mit vormals 370 Beschäftigten hatte im April 2004 wegen Verbindlichkeiten in Höhe von 12,5 Millionen Euro Insolvenz anmelden müssen. Die Bundesländer Sachsen und Brandenburg sicherten dem SVZ mit einem Massekredit in Höhe von 26 Millionen Euro die Weiterführung der Produktion bis zum Verkauf. 

"Wir übernehmen außer dem gesamten Personal auch sämtliche Anlagen sowie die Verträge und Patente", sagte der schweizerische Vorsitzende des Verwaltungsrates der Sustec Holding AG, Mathias Fünfschilling. Mit der angekündigten Millionen-Investition sollen die Anlagekapazitäten des SVZ modernisiert und erweitert sowie das Havarie-Risiko gesenkt werden. Fünfschilling kündigte weitere Investitionsphasen an. So plane die Sustec-Gruppe die Errichtung einer neuen GSP Flugstromversorgungsanlage zur Erzeugung von Synthesegas aus Braunkohlestaub und den Bau einer zweiten Methanol-Anlage mit einer Jahreskapazität von 350 000 Tonnen. 

Auch bei der Weiterverarbeitung der Produkte will der Technologieanbieter kräftig investieren. Grundlage sei der weitere Ausbau der jetzt 60 Mitarbeiter zählenden Future Energy GmbH im sächsischen Freiberg, einer hundertprozentigen Sustec-Tochter, zu einem großen Technologiezentrum. Hier soll die neueste Generation von Vergasungsanlagen entwickelt werden. 

Von Beowulf Kayser

 

© hww wienberg wilhelm