93 "Alu"-Mitarbeiter dürfen hoffen

01.12.2006

Insolvenz Verwalter Henning Schorisch ist zuversichtlich, den Geschäftsbetrieb fortführen und die Firma in Zeckern retten zu können. Die Kunden und Lieferanten ziehen mit.

Bisher haben die 93 Beschäftigten der Kunststofftechnik-Firma "Alu" im Hemhofener Ortsteil Zeckern fristgerecht ihre Löhne und Gehälter bekommen. Die Chancen, dass dies auch in Zukunft so bleibt, stehen nicht schlecht.

Wie der FT in seiner gestrigen Ausgabe berichtete, hat die Zeckerner Firma Insolvenz angemeldet. Der Nürnberger Rechtsanwalt Henning Schorisch, vom Insolvenzgericht in Fürth als Insolvenzverwalter eingesetzt, zeigte sich gestern in einem Gespräch mit dem FT jedoch zuversichtlich, dass der Geschäftsbetrieb fortgeführt werden kann. "Die Produktion läuft, mit den Kunden und Arbeitnehmern habe ich gesprochen", sagte Schorisch. Er ist optimistisch, den Betrieb übertragen oder die GmbH auch sanieren zu können.

Ursache liegt bei Schwestergesellschaft

Die Zahlungsunfähigkeit von "Alu" ist laut Schorisch eine Folgeinsolvenz einer Schwestergesellschaft, die wie der Zeckerner Betrieb zu der in Saarburg ansässigen Tectro-Gruppe gehört. Nach der Insolvenz der Schwesterfirma habe die Hausbank der gesamten Tectro-Gruppe die Kredite gekündigt. Dies schlug auch auf "Alu" in Zeckern durch. Das Unternehmen produziert hier überwiegend Kunststoffteile für die Automobilindustrie und montiert Einzelkomponenten zu ganzen Modulen. Gearbeitet wird in Zeckern im Drei-Schicht-Betrieb. Laut stellvertretender Betriebsratsvorsitzenden Doris Reichert sind auch reichlich Aufträge vorhanden. Mit den wichtigsten Kunden und Lieferanten hat Insolvenzverwalter Schorisch bereits verhandelt, sie wollen ihre Geschäftsbeziehungen zu der Zeckerner Firma aufrecht erhalten. Für Schorisch eine gute Basis, um den Betrieb fortführen zu können.

Bereits im letzten Jahr hatte die Firma eine Krise durchgestanden. Damals sollte das Zeckerner Werk geschlossen und die Produktion an die Mosel verlegt werden. Die Belegschaft nahm tiefe Einschnitte hin, wechselte in einen anderen Tarif und verlängerte die Arbeitszeit.

Fränkischer Tag vom 01.12.2006

 

© hww wienberg wilhelm