Die Insolvenz der Alu findet ein gutes Ende19.06.2007 VERKAUF Eine neu gegründete Gesellschaft, die Alu Automobile GmbH, führt die Zeckerner Kunststoffspritzerei fort. Zwei Drittel der Arbeitsplätze werden erhalten.VON UNSERER MITARBEITERIN PAULINE LINDNER Zeckern - Vier Monate wurde verhandelt. Nun hat die "Alu Kunststofftechnik für Automobile" mit Sitz in Zeckern einen Käufer gefunden. Vier Brancheninsider haben eine neue Gesellschaft gegründet: die "Alu Automotive GmbH". Beteiligt ist Heinz Vogel, Inhaber der Vogel Formenbau GmbH aus Neunkirchen am Sand. Die Geschäftsfelder seiner Firma sind der Werkzeugbau und die Kunststoffspritzerei. Weiter beteiligt ist das Ingenieurbüro Pickel, ein Fachbüro für die Entwicklung und den Bau von Spritzformen. Die Geschäftsführung übernehmen Stephan Tralau und Felix Hellmuth. Durch das Zusammengehen der Fachfirmeninhaber kann nun im Hause der ganze Betriebsprozess von der Entwicklung der Formen, über deren Bau bis hin zur Herstellung vor allem von Kühlerlüfterrädern abgewickelt werden. Ziel der neuen Gesellschaft mit Sitz in Hemhofen ist die Standortsicherung. "In vier Jahren wollen wir den Umsatz um 50 Prozent steigern", erklärten die neuen Geschäftsführer. Die Voraussetzung dafür sind kräftige Investitionen. Denn die frühere Muttergesellschaft, die Tectro aus Saarburg, habe in den letzten Jahren wenig zur Erneuerung des Maschinenparks getan. Vielmehr habe sie Kapital aus ihrem Tochterunternehmen abgezogen, als die Absicht bestand, den Standort Zeckern zu schließen und die Kunststoffspritzerei an der Mosel zu konzentrieren. Auch der Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Schorisch aus Nürnberg, spricht von gravierenden Fehlern der Muttergesellschaft, durch die erst die Alu in die wirtschaftliche Schieflage geriet. Für den Insolvenzantrag entscheidend war die Kreditkündigung durch die Hausbank der Tectro wegen deren wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Der Betrieb lief seither weiter, denn die Alu hatte zur Zeit des Insolvenzantrags gefüllte Auftragsbücher. Durch die geplanten Investitionen will der Übernehmer die bisherigen Kunden aus der Automobilindustrie halten und neue gewinnen. Vom bisherigen Personal - derzeit 91 Mitarbeiter - werden 67 auch künftig bei der Alu Zeckern weiter beschäftigt. Dazu kommen die zwei Lehrlinge. Mitgebracht haben die neuen Gesellschafter zwei speziell qualifizierte Mitarbeiter und die zwei Geschäftsführer. Gelingt der Aufschwung, soll bald auch der Personalbestand wieder aufgestockt werden. Fränkischer Tag, Höchstadt und sein Umland, Seite 9 vom 19.06.2007 |
