100 % Quote der Stahlwerk Gröditz GmbH - Gläubiger stimmen Konzerninsolvenzplan zu

Dresden, 07.12.2010. Am 1. Dezember 2010 ging nach rund 10 Jahren eines der politisch brisantesten Insolvenzverfahrens Sachsens zu Ende.

Im Jahr 2000 mussten die Stahlwerk Gröditz GmbH, die Edelstahl Gröditz GmbH und die Gröditzer Stahlwerke GmbH mit rund 800 Arbeitnehmern am Standort in Gröditz Insolvenz anmelden. Hintergrund war, dass die EU-Kommission beschlossen hatte, dass das Stahlwerk in Gröditz staatliche Beihilfen in Höhe von über 120 Mio. Euro zurückzahlen sollte. Interventionen des damaligen Bundeskanzlers Schröder und Ministerpräsidenten Biedenkopf konnten die Insolvenz nicht verhindern.

Nach einer 2,5 jährigen Betriebsfortführung im eröffneten Insolvenzverfahren konnte der Standort durch die 3 Insolvenzverwalter mit Zustimmung der EU an die Georgsmarienhütte-Gruppe des heutigen RWE-Vorstandsvorsitzenden Dr. Jürgen Großmann übertragen werden und prosperiert heute noch.

Zur bestmöglichen Gläubigerbefriedigung aller 3 Gesellschaften wurde durch die 3 Insolvenzverwalter - in dieser Form erstmalig in Deutschlang - ein Konzerninsolvenzplan vorgelegt.

"Die Quote von 100 % ist ein Riesenerfolg", resümiert der Insolvenzverwalter der Stahlwerke Gröditz GmbH, Rechtsanwalt Rüdiger Wienberg, Partner und Namensgeber der Insolvenzverwalterkanzlei hww wienberg wilhelm, Dresden. Die lange Zeit erklärt sich im Wesentlichen aus Änderungen in der Steuergesetzgebung. Die daraus resultierenden komplexen Fragestellungen waren mit der sächsischen Finanzverwaltung zu lösen.

Für die Region Gröditz ist der Standorterhalt ein großer Erfolg. Mit der GMH-Gruppe haben die Mitarbeiter einen neuen Arbeitgeber gefunden, der mit zu den Branchenführern in der Stahlproduktion zählt.

 

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