Tröbitz, 11.06.2010. Die Akson Gruppe mit Sitz in Tröbitz hat für die Muttergesellschaft Akson AG sowie die zwei Töchterunternehmen Akson Logistik GmbH und TST Tröbitz System Technik GmbH Insolvenzantrag gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter der drei Gesellschaften bestellte das Amtsgericht Cottbus Rechtsanwalt Rüdiger Wienberg, Partner der Insolvenzverwalterkanzlei hww wienberg wilhelm. Das vierte operativ tätige Tochterunternehmen der Akson Gruppe, die Akson S.L. Spezialtiefbau GmbH, ist von der Insolvenz nicht betroffen.
Wienberg hat sich vor Ort einen ersten Überblick über die Unternehmensgruppe verschafft. "Oberste Priorität haben Gespräche mit Gläubigern, insbesondere Banken, Kunden und Lieferanten. Mein Ziel ist es, die Liquiditätsprobleme in den Griff zu bekommen und den Geschäftsbetrieb fortzuführen. Parallel dazu werden bereits erste Gespräche geführt, die Anlass für einen vorsichtigen Optimismus geben, die Unternehmensgruppe im Rahmen eines Insolvenzplanverfahrens zu sanieren."
Die rund 150 Arbeitnehmer in den drei Gesellschaften werden heute in einer Betriebsversammlung über die aktuelle Situation informiert. Lohnausfälle gibt es teilweise seit April. Wienberg bemüht sich nun bei der Bundesagentur für Arbeit um eine Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes.
Die Unternehmensgruppe ist in eine schwierige Lage geraten, weil die allgemeine konjunkturelle Krise die Geschäftsbereiche Stahlbau und Logistik getroffen hat.
Die Akson Gruppe ist ein Dienstleister rund um Stahl und besteht aus vier operativen Gesellschaften. Die 2003 gegründete Akson AG ist die zentrale Vertriebs- und Verwaltungsholding für die Geschäftsbereiche Stahlbau, Logistik und Spezialtiefbau. Das Unternehmen bietet in allen Bereichen Komplettlösungen von der Planung und Herstellung bis hin zur Montage vor Ort. Im Bereich Stahlbau erstellt und liefert Akson Komponenten, Baugruppen und Konstruktionen für viele metallbearbeitende Bereiche wie Brückenbau, Wasser- und Schifffahrtsbau sowie den Tunnelbau. Der Umsatz liegt bei ca. 20 Millionen Euro. Sitz des Unternehmens ist der Industriepark in Tröbitz.
Ein Insolvenzplanverfahren ermöglicht die Sanierung eines insolventen Unternehmensträgers. Die Gläubiger werden in solchen Planverfahren trotz ihnen zugemuteter Verzichte immer noch besser gestellt als bei einer Zerschlagung. Der Gesetzgeber hatte dieses Sanierungsinstrument 1999 mit der InsO in Anlehnung an das amerikanische "Chapter-11"-Verfahren neu eingeführt.