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Neuer Investor für INJEX Pharma

Berlin, 13. Januar 2016. Die insolvente INJEX Pharma AG hat wieder eine Zukunft: Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg, Partner bei der bundesweit tätigen Kanzlei hww hermann wienberg wilhelm, hat den Geschäftsbetrieb an den chinesischen Investor Hangzhou Hema Medical Equipment verkauft. Die Geschäfte werden künftig aus Berlin und Shanghai heraus geführt.

In den vergangenen Monaten hatte der Berliner Rechtsanwalt Wienberg mit Hochdruck den Investorenprozess vorangetrieben und mit verschiedenen internationalen Interessenten intensiv über eine Übernahme der insolventen INJEX Pharma AG verhandelt. Zum 1. Januar 2016 hat die Hangzhou Hema Medical Equipment alle Vermögenswerte des Berliner Biotech-Unternehmens übernommen. Über den Kaufpreis ist Stillschweigen vereinbart. Der chinesische Erwerber ist spezialisiert auf den Vertrieb von medizinischen Produkten und arbeitet eng mit der China Sinopharm zusammen, einem der größten Pharmadistributoren in China. „Ich freue mich, mit der Hangzhou Hema Medical Equipment einen starken strategischen Investor gefunden zu haben, der besten Zugang zum schnell wachsenden chinesischen Markt hat“, so Rüdiger Wienberg.

Das neue chinesisch-deutsche Unternehmen wird sich künftig auf medizinische Therapien für Diabetiker, auf Impfungen, Lokalanästhesie und auf kosmetische Dermatologie-Behandlungen konzentrieren. Dabei ist auch geplant, eine neue Produktionsstätte für die häufig benötigten Ampullen in China aufzubauen. Die Fertigung der Injektoren soll hingegen in Deutschland bleiben.

Die INJEX Pharma ist ein Pionier für intradermale und subkutane nadellose Injektionsanwendungen. Diese werden insbesondere im Bereich für medizinische und kosmetische transdermale Therapien eingesetzt.

„Wir glauben fest an die nadelfreie Injektionstechnologie als Zukunftslösung für intradermale und subkutane Injektionen von Medikamenten in China. INJEX hat die exklusive Zulassung für China und hat gerade die amerikanische FDA-Zulassung erneuert. Wir werden schon bald mit der Projektierung einer neuen Fertigungsanlage in China beginnen, um die wachsende Nachfrage zu bedienen. Erste Bestellungen unserer Kunden liegen bereits vor“, freut sich Nadia Chan, CEO der Hangzhou Hema Medical Equipment, auf die gemeinsame Zukunft.

„Ich freue mich darauf, für unser neues chinesisch-deutsches Unternehmen zu arbeiten und mit dazu beizutragen, dass die Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern erfolgreich sein wird. Es sollte mehr solcher Projekte geben, in denen deutsche Technologien Investoren in China ansprechen“, so Dr. Thomas Klaue, bisheriger Vorstand der INJEX Pharma AG. Er wird als Geschäftsführer nicht nur die Geschicke des Unternehmens in Deutschland weiterhin lenken, sondern darüber hinaus auch als „globaler CEO“ für die chinesischen und amerikanischen Aktivitäten zuständig sein. „Das Interesse an einer Zusammenarbeit für Diabetes-Behandlung und Impfungen ist seitens der großen Pharma-Unternehmen sehr groß. Das ist einer der Gründe dafür, dass wir derzeit ein Büro in den USA eröffnen, um diese Chancen zu nutzen und die Zusammenarbeit weiterzuentwickeln“, erklärt Chan.

Die Injex Pharma AG war Anfang 2013 in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Unter neuem Management startete das Unternehmen ab Mai 2013 einen operativ erfolgreichen Sanierungskurs. Eine für die Fortsetzung des Sanierungskurses erforderliche Kapitalerhöhung konnte nicht umgesetzt werden, nachdem ein großer Aktionär die entsprechenden Beschlüsse in der Hauptversammlung im Juli 2014 blockierte. Infolgedessen musste die Gesellschaft im Februar 2015 Insolvenzantrag stellen. Rechtsanwalt Rüdiger Wienberg wurde vom Amtsgericht Berlin-Charlottenburg zunächst zum vorläufigen Insolvenzverwalter und mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. Mai 2015 zum Insolvenzverwalter bestellt. In den vergangenen Monaten hatte Wienberg intensiv nach einem Investor gesucht und umfangreiche Gespräche sowie extensive Verhandlungen mit verschiedenen internationalen Interessenten geführt.