Biotech-Unternehmen RheinCell Therapeutics startet Restrukturierung

Düsseldorf, 29. Mai 2017. Die RheinCell Therapeutics GmbH (RCT), ein Startup-Unternehmen aus der Biotech-Branche, restrukturiert sich über ein gerichtliches Verfahren. Dazu hat die Geschäftsführung am 24. Mai 2017 Insolvenzantrag gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Amtsgericht Düsseldorf Rechtsanwalt Dr. Gregor Bräuer, Partner bei der bundesweit tätigen Kanzlei hww hermann wienberg wilhelm.

Der Düsseldorfer Anwalt macht sich derzeit vor Ort in Langenfeld ein umfassendes Bild über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens. Der Geschäftsbetrieb der RCT wird derweil vollumfänglich fortgeführt. Mit Unterstützung des vorläufigen Insolvenzverwalters soll es gelingen, im Rahmen eines geordneten Gerichtsverfahrens nach der Insolvenzordnung eine nachhaltige Finanzierung für die Zukunft der Gesellschaft sicherzustellen. Dr. Bräuer schafft derzeit die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen und hat bereits erste Gespräche mit den wesentlichen Beteiligten geführt. „Wir haben zudem auch schon erste Signale von Investoren erhalten, die großes Interesse haben“, berichtet Dr. Bräuer.

Die RCT wurde im Frühjahr 2015 als Spin-Off der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und des Max-Planck-Institutes in Münster gegründet. Das Startup-Unternehmen hat Prozesse, Methoden und Technologien entwickelt, um HLA-homozygote Nabelschnurblutzellen von Spendern in induzierte pluripotente Stammzellen (iPSC) zu reprogrammieren, die im Wesentlichen dazu genutzt werden können, nahezu jede Art von Gewebe bzw. Organen im menschlichen Körper zu erzeugen. Dabei arbeitet die RCT eng mit renommierten internationalen Instituten zusammen wie u. a. dem New York Blood Center und der Howard and Abby Milstein Foundation aus New York, dem National Eye Institute (NEI) am National Institute of Health (NIH) der USA und der José Carreras-Stammzellbank des Universitätsklinikums Düsseldorf.

Wesentlicher Grund für die Insolvenzantragstellung war die Zahlungsunfähigkeit der RCT, die aufgrund gesellschaftsrechtlicher Probleme eingetreten war. Interne Meinungsverschiedenheiten im Management über die Unternehmensstrategie führten zu einer Unterbrechung der Finanzierung durch Spender und externe Investoren.


Über die RheinCell Therapeutics GmbH
Die RCT ist ein Startup-Unternehmen, das 2015 als Spin-Off der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und des Max-Planck-Institutes in Münster gegründet wurde. Die primäre Geschäftstätigkeit liegt auf der GMP-gerechten Herstellung einer bei vielen unverwandten Patienten einsetzbaren Allogenen Masterzell Bank aus nicht-viral reprogrammierten Stammzellen (iPSC) aus Nabelschnurblut mit voller Gewebeverträglichkeit und als „Off the Shelf“-Therapeutika mit erheblicher Reduktion der Produktions- und Behandlungskosten, die einen bedeutenden Teil der Bevölkerung in der westlichen Welt abdecken. Der Grund dafür ist die unbegrenzte Erneuerungsfähigkeit dieser iPSC. Diese bilden dadurch eine attraktive und kostengünstige Plattform für ganz verschiedene Indikationen in der Regenerativen Medizin. Die RCT differenziert seine iPSCs ausschließlich aus HLA-homozygoten iPSCs. Dies geschieht im Rahmen einer engen Zusammenarbeit mit dem National Cord Blood Program des New York Blood Center und der H+A-Milstein Foundation aus New York unter Beteiligung einer präklinischen Kooperation mit der José Carreras-Stammzellbank des Universitätsklinikums Düsseldorf. In enger Zusammenarbeit mit dem Augeninstitut des Nationalen Gesundheitsinstitutes (NIH) der USA werden genetisch unbedenkliche und funktionsgeteste Netzhautzellen (Retina Pigment Epithel) für die Implantation in das menschliche Auge bei Patienten mit Altersbedingter Macula Degeneration (AMD) entwickelt und zunächst an geeigneten Tiermodellen überprüft. Zudem lässt sich die Technologie von RCT einsetzen, um chimäre Antigenrezeptor-T-Zellen (CAR-T-Zellen) für die Verwendung von Therapeutika gegen akute Leukämie und feste Tumore (z. B. Prostatakrebs) zu produzieren.