Dunkin‘ Donuts-Franchisenehmer sollen saniert werden

Berlin/Mühlheim a.d.Ruhr, 3. August 2017. Die „S&C International Deutschland GmbH“ und die „Will Coffee GmbH“ wollen sich im Wege eines Insolvenzverfahrens sanieren. Die beiden Unternehmen betreiben als Franchisenehmer der Systemgastronomie-Kette „Dunkin‘ Donuts“ Filialen in Berlin und Leipzig sowie in Nordrhein-Westfalen. Der Geschäftsbetrieb geht in vollem Umfang weiter. Die Löhne und Gehälter der insgesamt rund 260 Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld gesichert.

„Für die Kunden der betroffenen Dunkin Donuts-Fililalen hat die Insolvenzanmeldung keinerlei
Auswirkungen“, betonte Dr. Christoph Schulte-Kaubrügger von der Kanzlei White & Case, der in beiden Verfahren zum vorläufigen Insolvenzverwalter eingesetzt wurde. „Produktion und Filialbetrieb
gehen ganz normal weiter.“ Die Mitarbeiter wurden bereits von der Geschäftsführung informiert. Sie
erhalten ihre Löhne und Gehälter für die Monate Juli, August und September über das Insolvenzgeld.
Der vorläufige Insolvenzverwalter bereitet derzeit die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes vor, um eine schnellstmögliche Auszahlung sicherzustellen.

Die S&C International Deutschland GmbH beschäftigt insgesamt 196 Mitarbeiter und betreibt einen
Produktionsstandort und 20 Filialen in Berlin sowie zwei Filialen in Leipzig. Die Will Coffee GmbH mit insgesamt 67 Mitarbeitern produziert in Oberhausen und betreibt 10 Filialen in Nordrhein-Westfalen. Neben der Einführung des Mindestlohns machen beiden Unternehmen die rückläufigen Umsätze an Bahnhöfen zu schaffen. Infolge des zunehmenden Fernbusverkehrs hat sich dort die Laufkundschaft spürbar verringert. Darüber hinaus hatten sich einige zuletzt eröffnete Standorte nach kurzer Zeit als unrentabel erwiesen. Diese Filialen wurden bereits wieder geschlossen.

Deshalb haben sich die geschäftsführenden Gesellschafter der beiden Unternehmen entschlossen, die Sanierungsmöglichkeiten eines geordneten Insolvenzverfahrens zu nutzen. Unterstützt werden sie
dabei von der Sanierungsberatung hww. Gemeinsam mit der Geschäftsführung hat hww die
Insolvenzanträge vorbereitet, um einen geregelten Übergang für alle Beteiligten zu gewährleisten.
„Beide Unternehmen verfügen über gute Standorte, der größte Teil der Filialen ist profitabel“, betonte Dr. Robert Tobias, Partner bei hww. „Hinzu kommt, dass das Insolvenzverfahren geeignete Instrumente bietet, um die Geschäftsbetriebe nachhaltig zu sanieren.“

Der vorläufige Insolvenzverwalter will in den kommenden Wochen gemeinsam mit der Geschäftsführung die Sanierungsoptionen prüfen und dabei eng mit der US-amerikanischen Franchisegeberin zusammenarbeiten. In Betracht kommen dabei ein Verkauf an einen Investor oder auch ein Insolvenzplan, d.h. eine Art Vergleich mit den Gläubigern. Welcher Weg erfolgversprechend ist, wird sich im Rahmen einer genaueren Prüfung in den nächsten Wochen zeigen. „In den Sommermonaten beginnen für die Unternehmen die umsatzstärksten Monate“, so Dr. Schulte-Kaubrügger. „Das sind grundsätzlich gute Aussichten für eine erfolgreiche Fortführung und Sanierung.“